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April 27, 2022

Nichtmenschliche Tiere auf Lebenshöfen statt in Gefangenschaft zu untersuchen, könnte das Mensch-Tier-Verhältnis verändern.

Nichtmenschliche Tiere werden in der Verhaltensforschung selten als Individuen betrachtet und ihre Eigenschaften in der Regel ganzen Gruppen zugeschrieben: Hühner sind so, Elefanten haben dies und so weiter. Wie die beiden Autoren Celentano und Martinelli in einem 2017 erschienenen Artikel schreiben, spiegelt sich darin die bedenkliche, hierarchisch geprägte Mensch-Tier-Beziehung wider.

Die Studien reproduzieren die Machtverhältnisse, indem sie den Menschen und “das Tier” klar voneinander abgrenzen. In diesen Strukturen sind nichtmenschliche Tiere immer “die anderen” und eben nicht “wir.”

Üblicherweise beruhen die ethologischen Ergebnisse auf Beobachtungen von nichtmenschlichen Tieren in Gefangenschaft. Die Autoren beziehen sich vor allem auf Haltungen mit ausbeuterischem Charakter, in denen nichtmenschliche Tiere von Menschen zu Nutzungszwecken gehalten werden. Ein zweites Beobachtungsfeld betrifft nichtmenschliche Tiere in der Natur. Die Autoren Celentano und Martinelli schlagen jedoch einen neuen Ansatz vor.

Ethology of the Freed Animal

Die Ethologie des befreiten Tieres (Ethology of the Freed Animal oder kurz: EFA) basiert auf der nicht-invasiven Beobachtung von befreiten (“freed”) nichtmenschlichen Tieren. Diese stammen aus Gefangenschaftshaltungen, die für sie mit Leid verbunden waren. Auf Lebenshöfen oder ähnlichen Unterbringungsformen können sie ihr weiteres Leben verbringen. Dort haben sie die Möglichkeit, ihre individuellen Eigenschaften und Vorlieben zu entfalten und das in möglichst naturnaher Umgebung.

Dieser Ansatz der Verhaltensforschung wird bereits auf einigen Lebenshöfen praktiziert, bisher fehlt allerdings eine konkrete methodische Erarbeitung und akademische Anerkennung. Außerdem werden viele Beobachtungen nicht oder zu wenig in einsehbaren Datenbanken gesammelt und sind somit für wissenschaftliche Auswertungen nicht verfügbar. Daher fordern Celentano und Martinelli mehr Zusammenarbeit von Wissenschaftler_innen und Lebenshöfen. Die Autoren betonen, dass die befreiten nichtmenschlichen Tiere ohne signifikantes Eingreifen und ohne Interaktionen mit Menschen beobachtet werden sollen. Die Besonderheit liegt darin, dass genauer untersucht werden kann wie sich nichtmenschliche Tiere nach ihrer “Freilassung” auf Lebenshöfen verhalten. Ein Augenmerk liegt darauf, wie die nichtmenschlichen Tiere mit einer Umgebung zurechtkommen, in der sie selbst wieder mehr Kontrolle über ihre Körper gewinnen. Außerdem sollen Gruppenstrukturen und Interaktionen, die nun auf den Lebenshöfen möglich sind, studiert werden. Im Fokus stehen dabei die Individuen und ihre Bedürfnisse.

Individuen mit eigener Geschichte

Da das Verhalten auch durch Erfahrungen und vergangene Lebensumstände geprägt wird, sollen Forscher_innen in der EFA auch die Geschichte der einzelnen nichtmenschlichen Tiere berücksichtigen und zum Bestandteil ethologischer Untersuchungen machen. Die Protokolle enthalten daher neben klinischen und visuellen Profilen auch biografische Informationen. Der Ansatz von EFA schließt neben den ethologischen Ansprüchen auch ethische Ansätze ein und fordert von Wissenschaftler_innen und Menschen generell einen respektvolleren Umgang mit nichtmenschlichen Tieren.

Wie geht es weiter mit EFA?

Die ethologische Disziplin des befreiten Tieres steht noch sehr am Anfang, weshalb dieser Artikel einer Einführung dienen und Diskussionen anstoßen soll. Die Ziele der EFA klingen vielversprechend im Hinblick auf ein verändertes Mensch-Tier-Verhältnis und rücken die Individuen in den Fokus. Gleichzeitig muss auch diese Methode kritisch reflektiert werden. Wünschenswert wäre es, sich in Zukunft intensiver mit der Rolle der beobachtenden Person auseinanderzusetzen. Ihre eigenen Hintergründe und Position in der Gesellschaft haben ebenfalls einen Einfluss darauf, wie sie ihre Beobachtungen deuten. Ebenso wäre an anderer Stelle kritisch zu diskutieren, dass die Natur in dem Artikel idealisiert wird und als etwas Gegebenes dargestellt wird, in der nichtmenschliche Tiere völlig frei wären.

Quelle

Celentano, M., Martinelli, D. (2017). Ethology of the Freed Animal: Concept, Methods, Projects. Preprints, 2017100099 (doi: 10.20944/preprints201710.0099.v1).

Glossar

In unserem Glossar erklären wir unseren Sprachgebrauch und warum wir manche Worte nicht, anders oder gerade eben nutzen. Zudem werden Fachbegriffe erklärt und teilweise grafisch oder bildhaft dargestellt.

( Zum Glossar )

Nichtmenschliche Tiere werden in der Verhaltensforschung selten als Individuen betrachtet und ihre Eigenschaften in der Regel ganzen Gruppen zugeschrieben: Hühner sind so, Elefanten haben dies und so weiter. Wie die beiden Autoren Celentano und Martinelli in einem 2017 erschienenen Artikel schreiben, spiegelt sich darin die bedenkliche, hierarchisch geprägte Mensch-Tier-Beziehung wider.

Die Studien reproduzieren die Machtverhältnisse, indem sie den Menschen und “das Tier” klar voneinander abgrenzen. In diesen Strukturen sind nichtmenschliche Tiere immer “die anderen” und eben nicht “wir.”

Üblicherweise beruhen die ethologischen Ergebnisse auf Beobachtungen von nichtmenschlichen Tieren in Gefangenschaft. Die Autoren beziehen sich vor allem auf Haltungen mit ausbeuterischem Charakter, in denen nichtmenschliche Tiere von Menschen zu Nutzungszwecken gehalten werden. Ein zweites Beobachtungsfeld betrifft nichtmenschliche Tiere in der Natur. Die Autoren Celentano und Martinelli schlagen jedoch einen neuen Ansatz vor.

Ethology of the Freed Animal

Die Ethologie des befreiten Tieres (Ethology of the Freed Animal oder kurz: EFA) basiert auf der nicht-invasiven Beobachtung von befreiten (“freed”) nichtmenschlichen Tieren. Diese stammen aus Gefangenschaftshaltungen, die für sie mit Leid verbunden waren. Auf Lebenshöfen oder ähnlichen Unterbringungsformen können sie ihr weiteres Leben verbringen. Dort haben sie die Möglichkeit, ihre individuellen Eigenschaften und Vorlieben zu entfalten und das in möglichst naturnaher Umgebung.

Dieser Ansatz der Verhaltensforschung wird bereits auf einigen Lebenshöfen praktiziert, bisher fehlt allerdings eine konkrete methodische Erarbeitung und akademische Anerkennung. Außerdem werden viele Beobachtungen nicht oder zu wenig in einsehbaren Datenbanken gesammelt und sind somit für wissenschaftliche Auswertungen nicht verfügbar. Daher fordern Celentano und Martinelli mehr Zusammenarbeit von Wissenschaftler_innen und Lebenshöfen. Die Autoren betonen, dass die befreiten nichtmenschlichen Tiere ohne signifikantes Eingreifen und ohne Interaktionen mit Menschen beobachtet werden sollen. Die Besonderheit liegt darin, dass genauer untersucht werden kann wie sich nichtmenschliche Tiere nach ihrer “Freilassung” auf Lebenshöfen verhalten. Ein Augenmerk liegt darauf, wie die nichtmenschlichen Tiere mit einer Umgebung zurechtkommen, in der sie selbst wieder mehr Kontrolle über ihre Körper gewinnen. Außerdem sollen Gruppenstrukturen und Interaktionen, die nun auf den Lebenshöfen möglich sind, studiert werden. Im Fokus stehen dabei die Individuen und ihre Bedürfnisse.

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