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April 21, 2026

Neue Daten stellen die CO₂-Betäubung von Schweinen grundlegend infrage.

Wenn Betäubung Leid verursacht: Die Problematik der CO₂-Methode

Die Betäubung von Schweinen mit Kohlendioxid gilt in der Schlachtindustrie als Standardverfahren. Doch entspricht diese Methode tatsächlich den gesetzlichen Anforderungen an einen schmerz- und angstfreien Übergang in die Bewusstlosigkeit?

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen: Die CO₂-Betäubung ist mit erheblichen Belastungen für die Tiere verbunden und wirft grundlegende Fragen zum Tierschutz auf. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ergebnisse unseres neuen White Papers verständlich zusammen und ordnet sie ein. Wer tiefer einsteigen möchte, findet dort die vollständige wissenschaftliche Analyse. Sie können das White Paper am Ende dieser Seite kostenlos herunterladen.

Die Schweinefleischproduktion ist ein bedeutender Sektor in der europäischen Agrarwirtschaft. Die EU stemmt mit jährlich 132 Millionen gehaltenen Schweinen rund 17 Prozent der weltweiten Schweinefleischerzeugung. Außer bei wenigen Ausnahmen ist es gesetzlich festgeschrieben, dass jedes Tier vor dem Schlachten betäubt werden muss. Und zwar so, dass es ohne Schmerzen in eine völlige Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt wird. In der Praxis setzen Schlachtbetriebe bei bis zu 67 Prozent der Schweine auf hochkonzentriertes CO₂-Gas. In Deutschland sind es sogar bis zu 80 Prozent – das entspricht jährlich bis zu 35 Millionen Tieren. Die Forschung zeigt: Das Verfahren erfüllt nicht die gesetzlichen Tierschutzvorgaben.

Ablauf der CO2-Betäubung im Schlachthof

Die CO₂-Betäubung erfolgt in der Regel voll automatisch. Die Schweine werden in kleinen Gruppen in eine Gondel getrieben und anschließend in einen Schacht abgesenkt, in dem eine hochkonzentrierte Kohlendioxid-Atmosphäre herrscht. Aus den Käfigen gibt es für die Schweine kein Entkommen. Am Ende des Vorgangs werden die betäubten Tiere auf ein Förderband gekippt und zur eigentlichen Schlachtung weitertransportiert.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) aktuelle Aufnahmen aus einem Schlachthof, in dem dieses Verfahren eingesetzt wird. Sie zeigen, wie ängstliche Tiere hinter den Gitterstäben der Gondeln zusammengepfercht ihre grausame Fahrt in die Grube antreten. Bereits nach wenigen Sekunden in der Anlage geraten die Schweine in Panik, sie werfen sich gegen die Metallstangen der Käfige, treten beim Fluchtversuch aufeinander, verletzen sich. Das laute Zischen des eingelassenen Gases ist für die Tiere deutlich zu hören. Untersuchungen messen in den Gondeln eine Lautstärke von über 100 Dezibel – das entspricht in etwa dem Lärm einer Motorsäge oder eines Rockkonzerts. Die Schweine reißen die Augen weit auf, laute Schreie begleiten den Erstickungskampf. Die Tiere erleiden Todesangst.

Solche Aufnahmen machen sichtbar, was der Öffentlichkeit sonst verborgen bleibt. Sie widersprechen der Darstellung der Tierindustrie, das sei Verfahren ästhetisch angenehmer oder für die Tiere weniger stressvoll. Stattdessen verdeutlichen sie das Ausmaß der Belastung, der die Tiere ausgesetzt sind.

Dass die CO₂-Betäubung mit erheblichen Tierschutzproblemen verbunden ist, ist seit Langem bekannt. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt dies bereits 2004 fest. Es bestätigt, was auch die Videoaufnahmen zeigen: Die Methode verursacht bei den Tieren Schmerzen, Atemnot und Angst. Der Kontakt mit dem Kohlendioxid ist für die Schweine extrem unangenehm – die Tiere versuchen instinktiv, der Situation zu entkommen.

Das Paternoster-System ist weit verbeitet. Mehrere Gondeln fahren die Schweine nacheinander in die CO₂-Grube.

Wie das CO2-Gas auf die Tiere wirkt

Wenn Schweine CO₂ einatmen, löst sich das Gas im Blut und bildet Kohlensäure. Dadurch sinkt der pH-Wert und das Blut wird saurer. Diese Übersäuerung beeinträchtigt die Funktion der Nervenzellen im Gehirn. Die Aktivität des zentralen Nervensystems wird zunehmend gehemmt, bis das Bewusstsein schließlich aussetzt. Die Betäubung ist kein „sanftes Einschlafen“, sondern geschieht durch eine chemisch erzwungene Funktionsstörung des Gehirns. Der betäubende Effekt tritt dabei nicht sofort ein, wenn die Tiere mit dem Gas in Kontakt kommen. Wenn sie das CO₂ einatmen, sticht und brennt es auf den Schleimhäuten in der Nase, im Rachen und an den Augen. Es wirkt so abschreckend, dass die Schweine bereits beim ersten Atemzug eine heftige Abwehrreaktion zeigen. Gleichzeitig erleben sie schwere Atemnot und Erstickungsgefühle. Studien zeigen, dass die Tiere eine physiologisch erzwungene Panikattacke mit Adrenalinspiegeln bis zum Tausendfachen des Normalwerts erleiden. Sie durchleben einen grausamen Erstickungskampf, bevor die betäubende Wirkung einsetzt.

Wie stark die Abneigung von Schweinen gegenüber CO₂ tatsächlich ist, verdeutlichen zwei wissenschaftliche Versuche: In der ersten Untersuchung verzichteten die Tiere lieber 72 Stunden lang auf Wasser, als sich einer 70-prozentigen CO₂-Konzentration auszusetzen. In einer weiteren Studie war selbst nach 24 Stunden ohne Nahrung die Motivation zu fressen geringer als die Abneigung gegenüber einer 90-prozentigen CO₂-Atmosphäre.

Im Gegensatz zu anderen Betäubungsmethoden tritt die Bewusstlosigkeit bei der CO₂-Betäubung selbst bei fachgerechter Anwendung nicht unmittelbar ein. Stattdessen erfolgt der Verlust des Bewusstseins schrittweise. Hinzu kommt, dass der Stress bereits deutlich früher beginnt: beim oft langen Transport und der Ankunft im Schlachthof und während der Wartezeiten. Die Betäubung ist kein isolierter Moment, der wenige Minuten oder Sekunden dauert, sondern Teil eines komplexen logistischen Prozesses, der für die Tiere durchgehend mit Stress verbunden ist. Das Verladen in die Gondel, die Enge, fehlende Fluchtmöglichkeiten und die Exposition gegenüber steigenden CO₂-Konzentrationen summieren sich zu einem langen Zeitraum, dem die Tiere bei vollem Bewusstsein erheblichen Belastungen ausgesetzt sind.

Da diese Problematik weitreichend bekannt und belegt ist, forscht die Wissenschaft seit Langem nach Alternativen. Die EFSA empfiehlt bereits seit Jahrzehnten, die CO₂-Betäubung durch nicht-aversive Verfahren zu ersetzen.

Alternativen zur CO2-Betäubung: Stand der Forschung

Trotz umfangreicher Versuchsreihen mit anderen Gasen wird in der Tierindustrie ausschließlich CO₂ zur Betäubung von Schlachttieren verwendet. Auch Methoden weisen tierschutzrelevante Probleme auf, haben aber zum Teil eine weniger belastende Wirkung auf die Tiere. Eine Gasbetäubungsmethode, die sofort zur Bewusstlosigkeit führt, gibt es bislang nicht.

Schon 2004 empfahl die EFSA die Betäubung mit 90-prozentiger Argon-Konzentration als aus Tierschutzsicht bessere Option im Vergleich zu CO₂. Allerdings besteht auch hier das Risiko, dass die Tiere zum Zeitpunkt der Schlachtung nicht tief bewusstlos sind, da die Wirkung zeitlich begrenzt ist.

Das in der EU nicht zugelassene Betäuben mit Stickstoff ist für die Schweine ebenfalls mit großem Leid verbunden. Schweine zeigen sowohl beim Kontakt mit Stickstoffschaum als auch beim CO₂-Gemisch Fluchtversuche, Krämpfe und deutliche Schmerzreaktionen.

Auch die Elektrobetäubung ist problematisch. Insbesondere bei manueller Anwendung durch Schlachthofmitarbeiter_innen kommt es bei bis zu 12,5 Prozent der Tiere zu Fehlbetäubungen. Bei der vollautomatischen Elektrobetäubung das Risiko der Fehlbetäubungen zwar geringer, kommt aber dennoch in 3,3 Prozent der Fälle vor. Eine unzureichende Betäubung führt immer dazu, dass die Tiere die Schlachtung und das Entbluten bis zum Tod bei Bewusstsein miterleben müssen.

Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Helium und Argon Abwehrreaktionen, Atemnot und Fluchtversuche reduzieren können. Diese gelten jedoch als zu kostspielig für die flächendeckende Nutzung.

Eine detaillierte Darstellung der Studienlage und der jeweiligen Vor- und Nachteile von alternativen Methoden findet sich im White Paper (Kostenloser Download am Ende der Seite).

Portrait-Foto von einem Mastschwein.
80 % der Schweine in Deutschland werden mit CO₂ betäubt und anschließend geschlachtet.

Probleme der CO2-Betäubung und warum sie nicht gelöst werden können

Bei der CO₂-Betäubung gibt es eine Phase, in der den Schweinen massives psychisches und physisches Leid zugefügt wird. Dabei verlangen die tierschutzrechtlichen Vorgaben ausdrücklich einen schmerz- und angstfreien Übergang in die Bewusstlosigkeit.

Ein zentrales Problem liegt in der physikalischen Eigenschaft von CO₂: Das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden. Dadurch entsteht innerhalb der Anlage ein Konzentrationsgefälle. Eine konstante Gaskonzentration in der gesamten Anlage sicherzustellen ist physikalisch unmöglich. Die Schweine werden somit schrittweise durch Bereiche mit steigender CO₂-Konzentration transportiert. In den oberen Zonen sind die Konzentrationen bereits hoch genug, um Stress, Schmerz und Angst auszulösen – aber noch zu niedrig, um eine Betäubung zu bewirken. Zusätzlich verstärkt die Technik dieses Problem: Beim Absenken schiebt die Gondel CO₂-arme Luft nach unten und verdünnt die Gasatmosphäre. Das kann den Zeitraum bis zur Bewusstlosigkeit weiter verlängern.

Die Schweine sind während des Betäubungsvorgangs für die Mitarbeiter_Innen unerreichbar. Tritt ein technisches oder tierbezogenes Problem auf, kann das Personal kaum reagieren. In den kommerziellen Betrieben, in denen das Betäubungsverfahren insbesondere wegen des automatisierten Ablaufs genutzt wird, ist es ohnehin meist nicht vorgesehen oder technisch gar nicht möglich, die Tiere in den Gondeln zu monitoren.

Die Fehlbetäubungsraten bei der CO₂-Betäubung liegen nach Studienlage bei 1,8 bis 17,1 Prozent. Die EFSA hält 5 Prozent Fehlbetäubungen für einen akzeptablen Rahmen. Das scheint fraglich, denn bei den extrem hohen Schlachtzahlen heutzutage müssen, wenn man von einer „moderaten“ Fehlbetäubungsrate von 3,9 Prozent ausgeht, jährlich allein in Deutschland knapp 1,3 bis 1,5 Millionen Schweine ihre Tötung bei Bewusstsein miterleben. In diesen Fällen muss ganz klar von massivem Tierschutzversagen die Rede sein.

Zudem kann es vorkommen, dass Tiere nach der CO₂-Betäubung wieder zu Bewusstsein kommen, wenn die Zeit bis zur Schlachtung zu lang ist. Trotz der generell sehr hohen Schlachtgeschwindigkeit kann die Phase zwischen Betäubung und Schlachtung so lange dauern, dass die Tiere das Bewusstsein wiedererlangen. Den ganzen qualvollen Betäubungsprozess haben sie dann umsonst durchlitten. Bei der Schlachtung sind die Tiere wieder wahrnehmungs- und empfindungsfähig und müssen ihren eigenen, extrem schmerzhaften Tod miterleben.

Da die Eigenschaften des Gases selbst das Problem sind, stößt jede Verbesserung der CO₂-Methode automatisch an ihre Grenzen – das System ist in seinem Kern nicht optimierbar. Die EFSA stellt unmissverständlich fest, dass es keine präventiven oder korrigierenden Maßnahmen gegen den Schmerz und die Atemnot gibt, da sie eine direkte Folge der notwendigen Kohlendioxidkonzentration sind. Diese Nebenwirkungen lassen sich technisch nicht beseitigen. Die Tatsache, dass die Betäubung für die Tiere überhaupt mit Leid verbunden ist, macht die CO₂-Methode mit den geltenden Tierschutzgesetzen unvereinbar.

Trotz eindeutiger Forschungslage: Warum CO2-Betäubung nicht verboten wird 

In Deutschland wird die Schlachtung von Tieren für die Fleischproduktion auf verschiedenen Ebenen gesetzlich geregelt. Zum einen durch die EU-Schlachtverordnung, die Betäubung als „jedes bewusst eingesetzte Verfahren, das ein Tier ohne Schmerzen in eine Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt“, definiert. Zum anderen die in Deutschland geltende Tierschutz-Schlachtverordnung, die vorgibt, dass „Tiere so zu betäuben [sind], dass sie schnell und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden in einen bis zum Tod anhaltenden Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt werden.” Zudem darf die Phase der Betäubung keine Angst, Schmerzen oder Leid verursachen. Nach deutschem Tierschutzrecht ist es verboten, Tieren ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen.

Die im White Paper aufgeführten umfangreichen wissenschaftlichen Studien zeigen, dass die Betäubung mit CO2 diese gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Dennoch nutzen die großen, hochtechnisierten Schlachtbetriebe die Betäubung mit Kohlendioxid. Allein Tönnies schlachtete im Jahr 2020 rund 16 Millionen Schweine mit Hilfe von Kohlendioxid, Vion 7 Millionen und Danish Crown knapp 3 Millionen. Für sie bringt die CO2-Betäubung einige Vorteile mit sich: So können durch die Gruppenbetäubung bei weniger Personalkosten mehr Tiere pro Tag geschlachtet werden – eine Win-Win-Situation für die Betreiber. Zudem gilt die maschinell gesteuerte Gasmethode als „ästhetisch angenehmer“, also weniger belastend für das Personal. CO2 ist außerdem kostengünstiger als andere Edelgase wie Argon und Helium.

Wie kann es sein, dass Millionen Tieren vermeidbares Leid zugefügt wird, obwohl wissenschaftlich belegt ist, dass die Methode nicht gesetzeskonform ist? Die Praxis zeigt, dass der Tierschutzgedanke innerhalb dieses Systems keine ernsthafte Rolle spielt. Dabei preisen sowohl die Politik als auch die Tierindustrie selbst immer wieder den hohen Stellenwert des Tierschutzes an.

Die EFSA wurde 2002 von der EU selbst ins Leben gerufen. Die in diesem Artikel besprochenen Gutachten wurden auf Wunsch der Europäischen Kommission angefertigt, das erste über die Tierschutzrisiken bei der Betäubung von Schweinen wurde schon 2004 veröffentlicht. Trotz der wissenschaftlichen Belege für Tierleid durch CO₂-Betäubung wurde wenige Jahre später die europäische Tierschutz-Schlachtverordnung verabschiedet, die die Empfehlung der EFSA explizit nicht umsetzt. Begründet wurde damit, dass die Empfehlung derzeit “aus wirtschaftlicher Sicht” nicht tragbar sei. Es sei jedoch wichtig, die Diskussion in Zukunft fortzusetzen. Seit fast zwei Jahrzehnten besteht also eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis, gesetzlichen Anforderungen und tatsächlicher Praxis. Auch das 2020 veröffentlichte Gutachten der EFSA belegt massive Tierschutzprobleme bei der CO₂-Betäubung. Dort empfiehlt das Gremium andere Methoden als die Betäubung mit hochkonzentriertem Kohlendioxid. Bislang wurden die Empfehlungen weder vom Gesetzgeber noch von der Tierindustrie umgesetzt.

Die EU kommt hier ihrer Verpflichtung zum Tierschutz nicht nach. Seit mehr als zwanzig Jahren nimmt sie bewusst schweres Tierleid zugunsten der Wirtschaft in Kauf. Damit handeln die Gesetzgeber_innen auf nationaler und EU-Ebene statt im Sinne des Tierschutzes im Sinne der Tierindustrie.

Expertise for Animals macht wissenschaftliche Erkenntnisse für die Tierrechts- und Tierschutzbewegung nutzbar. Unser White Paper bietet eine vertiefte wissenschaftliche Einordnung mit Literaturhinweisen der untersuchten Studien und ermöglicht eine differenzierte Bewertung der CO₂-Betäubung bei Schweinen. 

Download

[
Expertise for Animls (2026). CO2-Betäubung von Schweinen.
]

Glossar

In unserem Glossar erklären wir unseren Sprachgebrauch und warum wir manche Worte nicht, anders oder gerade eben nutzen. Zudem werden Fachbegriffe erklärt und teilweise grafisch oder bildhaft dargestellt.

( Zum Glossar )

Die Betäubung von Schweinen mit Kohlendioxid gilt in der Schlachtindustrie als Standardverfahren. Doch entspricht diese Methode tatsächlich den gesetzlichen Anforderungen an einen schmerz- und angstfreien Übergang in die Bewusstlosigkeit?

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen: Die CO₂-Betäubung ist mit erheblichen Belastungen für die Tiere verbunden und wirft grundlegende Fragen zum Tierschutz auf. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ergebnisse unseres neuen White Papers verständlich zusammen und ordnet sie ein. Wer tiefer einsteigen möchte, findet dort die vollständige wissenschaftliche Analyse. Sie können das White Paper am Ende dieser Seite kostenlos herunterladen.

Die Schweinefleischproduktion ist ein bedeutender Sektor in der europäischen Agrarwirtschaft. Die EU stemmt mit jährlich 132 Millionen gehaltenen Schweinen rund 17 Prozent der weltweiten Schweinefleischerzeugung. Außer bei wenigen Ausnahmen ist es gesetzlich festgeschrieben, dass jedes Tier vor dem Schlachten betäubt werden muss. Und zwar so, dass es ohne Schmerzen in eine völlige Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit versetzt wird. In der Praxis setzen Schlachtbetriebe bei bis zu 67 Prozent der Schweine auf hochkonzentriertes CO₂-Gas. In Deutschland sind es sogar bis zu 80 Prozent – das entspricht jährlich bis zu 35 Millionen Tieren. Die Forschung zeigt: Das Verfahren erfüllt nicht die gesetzlichen Tierschutzvorgaben.

Ablauf der CO2-Betäubung im Schlachthof

Die CO₂-Betäubung erfolgt in der Regel voll automatisch. Die Schweine werden in kleinen Gruppen in eine Gondel getrieben und anschließend in einen Schacht abgesenkt, in dem eine hochkonzentrierte Kohlendioxid-Atmosphäre herrscht. Aus den Käfigen gibt es für die Schweine kein Entkommen. Am Ende des Vorgangs werden die betäubten Tiere auf ein Förderband gekippt und zur eigentlichen Schlachtung weitertransportiert.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) aktuelle Aufnahmen aus einem Schlachthof, in dem dieses Verfahren eingesetzt wird. Sie zeigen, wie ängstliche Tiere hinter den Gitterstäben der Gondeln zusammengepfercht ihre grausame Fahrt in die Grube antreten. Bereits nach wenigen Sekunden in der Anlage geraten die Schweine in Panik, sie werfen sich gegen die Metallstangen der Käfige, treten beim Fluchtversuch aufeinander, verletzen sich. Das laute Zischen des eingelassenen Gases ist für die Tiere deutlich zu hören. Untersuchungen messen in den Gondeln eine Lautstärke von über 100 Dezibel – das entspricht in etwa dem Lärm einer Motorsäge oder eines Rockkonzerts. Die Schweine reißen die Augen weit auf, laute Schreie begleiten den Erstickungskampf. Die Tiere erleiden Todesangst.

Solche Aufnahmen machen sichtbar, was der Öffentlichkeit sonst verborgen bleibt. Sie widersprechen der Darstellung der Tierindustrie, das sei Verfahren ästhetisch angenehmer oder für die Tiere weniger stressvoll. Stattdessen verdeutlichen sie das Ausmaß der Belastung, der die Tiere ausgesetzt sind.

Dass die CO₂-Betäubung mit erheblichen Tierschutzproblemen verbunden ist, ist seit Langem bekannt. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt dies bereits 2004 fest. Es bestätigt, was auch die Videoaufnahmen zeigen: Die Methode verursacht bei den Tieren Schmerzen, Atemnot und Angst. Der Kontakt mit dem Kohlendioxid ist für die Schweine extrem unangenehm – die Tiere versuchen instinktiv, der Situation zu entkommen.

Das Paternoster-System ist weit verbeitet. Mehrere Gondeln fahren die Schweine nacheinander in die CO₂-Grube.

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